EIN WEITERER WICHTIGER SCHRITT ZUR FÖRDERUNG EINER PRÄVENTIVEN SICHERHEITSKULTUR UND DES ARBEITSBEZOGENEN WOHLBEFINDENS
Die zweite Version des ersten Committee Draft der ISO 45001 wurde veröffentlicht. Der aktualisierte Entwurf enthält nicht nur Änderungen am Hauptteil der Norm nach der ersten internationalen Kommentierungsphase, sondern auch eine neue Fassung des informativen Anhangs A.
WAS SIND DIE WICHTIGSTEN NEUERUNGEN?
VERSTÄRKTER FOKUS AUF SICHERHEITSKULTUR
Der Entwurf legt noch mehr Gewicht auf die Förderung einer präventiven Sicherheitskultur sowie auf die Stärkung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz als zentrale Elemente eines wirksamen Managementsystems für Arbeitsschutz.
ERWEITERTER ANSATZ FÜR DAS WOHLBEFINDEN DER BESCHÄFTIGTEN
Im Anhang A wird klargestellt, dass die Förderung des arbeitsbezogenen Wohlbefindens weit über die reine Vermeidung von Verletzungen und Erkrankungen hinausgeht. Organisationen sollen die physischen, psychischen, sozialen und kognitiven Bedürfnisse ihrer Beschäftigten aktiv unterstützen.
ARBEITSMODELLE UND FLEXIBLE ARBEITSFORMEN
Der Entwurf erkennt den wechselseitigen Einfluss von Privatleben und beruflichem Wohlbefinden an. Organisationen sollen berücksichtigen, wie Arbeitsformen Mitarbeiter beim Umgang mit externen Verpflichtungen unterstützen oder behindern können, und – wo möglich – flexible Arbeitsmodelle fördern.
SCHWERPUNKT AUF DIVERSITÄT
Ein ganzer Abschnitt des Anhangs A ist dem Thema Diversität gewidmet. Er umfasst Geschlecht, Alter, Behinderung, Fähigkeiten, Sprachkenntnisse, Rechenfertigkeiten, Pflegeverantwortung, Kultur, Religion, Sexualität, Menstruationsgesundheit, Menopause, Schwangerschaft, reproduktive Gesundheit, Migrationsstatus und chronische Erkrankungen.
BEDEUTUNG FÜR ORGANISATIONEN
Die starke Einbindung der Beschäftigten und die Verbesserung der allgemeinen Sicherheitskultur – unterstützt durch die zunehmend klare Ausrichtung der neuen Fassung der Norm – können für Unternehmen, die Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden ihrer Stakeholder zu ihren Zielen machen wollen, eine große Chance darstellen. Die endgültige Fassung der Norm wird jedoch frühestens Ende 2026 erwartet und könnte noch wesentliche Änderungen enthalten.